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Titel: Hände hoch, Kleiner! 14 exklusive Kriminalgeschichten..
Autor: Sara Paretsky
[couverture /
umschlagzeichnung /
cover ] Loustal
Verlag: Piper, Munchen.
Einband: Gebunden Seiten: 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 1997, ISBN: 3492256511, Preis: EUR 7,90
Rezensionen
Kurzbeschreibung
Sandra Paretsky beweist mit diesem Band, saß mörderische Phantasie schon längst keine ausschließliche Männerdomäne mehr ist. Vierzehn Originalgeschichten von der Creme de la creme der Krimiautorinnen: Ruth Rendell, Frances Fyfield, Linda Barnes, Liza Cody, Elizabeth George u.a.
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Umschlagzeichnung buche Der Schnee Mann / Jorg Fauser, R + B
éditions (1981). JÖRG CHRISTIAN FAUSER
Was
macht ein kleiner Ganove, der durch Zufall an fünf Pfund Kokain gerät? Plötzlich
rückt der Traum vom sorglosen Leben auf den Bahamas in greifbarer Nähe.
Aber da sind noch die Profis des Rauschgifthandels, die diesem Siegfried
Blum den Schnee wieder abjagen wollen. Der versucht verzweifelt, von Malta
über München, Frankfurt, Amsterdam bis nach Ostende seine Ware an den Mann
zu bringen - und ist am Ende noch immer der kleine Gauner mit den großen
Sprüchen, »an dem schon viele Booms vorbeigerauscht waren«. Über dieses
Buch schwärmte die sonst eher zurückhaltende FAZ: »Ein wunderbarer
Thriller« und die Süddeutsche Zeitung schrieb: »Der Melancholiker Fauser
ist - wie sein Vorbild Josef Roth - mit seinen Helden identisch und hinter
ihrem Abenteurertum verbirgt sich ein Teil der eigenen Sehnsucht.« Der
Schneemann, heute schon ein Kultbuch, wurde 1984 verfilmt und erreichte in
mehreren Ausgaben eine Auflage von über 200.000 Exemplaren.
Der Schneemann. Roman (1981)
Der Kleinkriminelle Siegfried Blum hält sich mit dem Verkauf harmloser
Porno-Hefte über Wasser. Durch Zufall kann er einem international
agierenden Drogenkartell fünf Pfund Kokain abjagen. Fünf Pfund reinster
Qualität im Werte von 720.000 Mark. Interpol und das Rauschgiftsyndikat auf
den Fersen, versucht er in München, den "Schnee" abzustoßen.
Doch das Milieu entspricht nicht ganz seiner Kragenweite: "Der
Kokainhandel ist eine ziemlich geschlossene Gesellschaft, und das soll er
auch bleiben, es ist besser für alle Beteiligten. [...] Bis jetzt haben wir
nur Leute in der Branche, die einen klaren Kopf haben, und die Kundschaft
dankt das unter anderem durch gute klingende Münze." Blum hat
alles andere als einen klaren Kopf: er zeigt Nerven und bildet einen
veritablen Verfolgungswahn aus. Es scheint so, als werde er bereits durch
die Fahndungssendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst"
gesucht. Die Charakterisierung seiner Person im `Steckbrief´ ist ein gutes
Beispiel für das von Journalismus und Kolportage geprägte `soziologische
Erzählen´ Fausers: "Es handelt sich bei ihm [scil. Blum] um den in
den 70er Jahren häufig hervorgetretenen Typus der akademisch gebildeten,
aber im bürgerlichen Leben gescheiterten Existenz, wie wir sie vor allem in
den Bereichen der Wirtschaftskriminalität, der Pornographie und des
Rauschgifthandels kennen. Der Mann [...] war nach verschiedenen erfolglosen
Bemühungen, wieder im bürgerlichen Leben Fuß zu fassen, im Ausland
untergetaucht".
Handlungszeit des Romans ist der März 1980, wenige Tage vor Blums 40.
Geburtstag. In Deutschland ist es ungemütlich kalt, und zu der Kälte kommt
die Angst. Blum gerät in einen `Reigen´ übler Absteigen, mieser
Spelunken, überteuerter Nepplokale. Ob dekadente Party-Kultur oder bizarrer
Schamanismus – das Rauschgift scheint der geheime Code zu sein, der alle
Gruppen der Gesellschaft in Bewegung setzt, die Mafia ebenso wie den BND,
die Politik ebenso wie die Wirtschaft, die High Society ebenso wie die
Unterwelt. Das Rauschgift dient der Weltflucht genauso wie dem weltgewandten
Business. Die Ein-Mann-Firma Blum aber versucht vergeblich, ihr Kokain in
großen Mengen loszuwerden. Die potentiellen Abnehmer sind nicht flüssig
oder nicht zuverlässig, oder Blum erscheint das Geschäft zu riskant, so dass
es nie zum Abschluss kommt. Lediglich kleinere Mengen kann er unter die
Leute bringen. Ruhelos und getrieben misstraut er allem und jedem, selbst
seiner Freundin Cora, so dass die Beziehung in die Brüche geht.
Fauser bindet seinen Entwurf einer pathologischen Täter-Soziographie an
ein Gesamtbild der Gesellschaft zurück, indem er seinen Helden Blum in
verschiedenen Milieus in halb Europa operieren lässt. Ob in der Türkei
oder auf Malta, ob in Holland oder Belgien, ob in den Reihen der Polizei
oder des Verbrechens – überall trifft er auf dieselben undurchsichtigen
Figuren, die sich entweder selbst belügen oder "vor die Hunde"
gehen. Drei Ganoven, ehemalige Gefangene des Vietcong, die den
"Schnee" als Teil ihrer Rentenversicherung ansehen und von einem
sorglosen Lebensabend auf einer kleinen Insel träumen, nehmen Blum schließlich
seinen Stoff ab. Immerhin kommt er mit dem Leben davon.
Fausers Romanhelden, außer Siegfried Blum der Schriftsteller Harry Gelb
in Rohstoff (1984), der Bergungsexperte Heinz Harder in Das
Schlangenmaul (1985) und der Privatdetektiv Hezekiel Kant in Kant
(1986) treten als coole, abgeklärte Typen auf, zeigen jedoch – in den
entscheidenden Augenblicken – Herz und Nerven und eine tüchtige Portion
Witz. Sie sind Skeptiker (der "menschliche Grundwert"
schlechthin), sie operieren am Puls der Zeit und an der Grenze zur
Verliererseite des Lebens. Die Romane bestechen durch ihre literarische
Mixtur: Elemente aus den Genres Abenteuerliteratur und Krimi, exotisches Erzählen
und Kolportage machen sie zu schnellen, spannenden Handlungsromanen. Sie würden,
zusammen mit Fausers Erzählungen, Gedichten und Essays ein präzises,
stoff- und ideenreiches `Modell´ der alten Bundesrepublik abgeben. Der
Schneemann ist 1984 mit Marius Müller-Westernhagen in der Hauptrolle
verfilmt worden. Lutz Hagestedt
AUSGABEN: Mchn. 1981. – Reinbek 1983 (rororo 5081). – Hamburg 1990
(in J. F. Edition, Hg. C. Weissner, Bd. 1). Erneut Hamburg 1994 (in
J. F. Edition, Hg. C. Weissner, Bd. 1-4).-
LITERATUR: H. Chr. Kosler, Rez. (in SZ, 9.5.1981). – Chr. Rotzoll, Rez.
(in FAZ, 13.5.1981). – R. Becker, Rez. (in Der Spiegel, 22.6.1981). – C.
Seidl, Rez. (in Sz, 29.3.1985). – B. Gräf, Der Schneemann (in Der
Romanführer. Bd. XVIII. Stgt. 1987. S. 156 – 158).
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